Natürliche Pferdefütterung

Was versteht man unter natürlicher bzw. naturnaher Pferdefütterung?

Unter natürlicher Fütterung versteht man eine artgerechte Pferdefütterung, die sich am natürlichen Vorbild orientiert. Die Basis bilden Heu und Weidegras. Ergänzend gehören auch Kräuter, Gräser, Beeren, Blätter, Rinden, Wurzeln und Saaten zu einer vielfältigen Ernährung.
Ein zentrales Ziel meiner Arbeit ist die Förderung eines gesunden Darmmikrobioms, denn dieses bildet die Grundlage für ein funktionierendes Immunsystem – rund 70 % des Immunsystems sitzt im Darm.

Die naturnahe Fütterung ergänzt dieses Konzept durch die gezielte Gabe von Mineralstoffen, Spurenelementen und weiteren Zusatzfuttermitteln – stets individuell abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf des jeweiligen Pferdes.

Wichtig: Eine natürliche oder naturnahe Fütterung ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie stellt kein Heilversprechen dar und kann lediglich begleitend zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt werden. 

 

Mein Weg zur naturnahen Pferdefütterung

Im Sommer 2014 kam ich unerwartet zu meinem eigenen Pferd – von der Mitreiterin zur Pferdebesitzerin. Rocky (eigentlich Rosezana Quixote und Namensgeber für Roselia) war damals 11 Jahre alt und ist ein American Quarter Horse.
Ich übernahm ihn als Kopper und mit dem Wissen, dass er immer wieder zu Koliken neigt. Er ist ein sensibles Pferd, das bereits früher Mag
engeschwüre hatte, doch welche Bedeutung das später für mich haben würde, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Kolikphasen – vor allem dann, wenn die Haltungsbedingungen nicht optimal waren, etwa durch zu wenig Heu bzw. zu lange Fresspausen.

Der Wendepunkt kam im Sommer 2024. Nach einer Haltungsumstellung hatte Rocky tagelang hohes Fieber, zeigte immer wieder leichte Koliksymptome und verlor innerhalb kürzester Zeit fast 70kg Körpergewicht. Wir entschieden uns für einen Klinikaufenthalt. Dort wurden eine Gastroskopie, sowie eine Darmbiopsie durchgeführt – und endlich hatten wir eine Diagnose: Magengeschwüre und IBD (Inflammatory Bowel Disease), also eine chronische, hochgradige Darmentzündung.

Über knapp drei Monate versuchten wir, ihn mithilfe von Medikamenten und dem Futterplan der Klinik wiedeaufzubauen. Den entscheidenden Durchbruch erzielten wir jedoch erst, als ich die Fütterung grundlegend hinterfragte und selbst auf eine naturnahe Fütterung umstellte.

Bereits zwei Monate nach der Umstellung hatte Rocky deutlich an Gewicht zugelegt. Die Magensymptome waren vollständig verschwunden, und auch der Darm zeigte eine klare Besserung – obwohl ich mich bewusst gegen eine Behandlung mit Kortison entschieden hatte.

Heute wiegt Rocky sogar mehr als vor seiner Erkrankung. Trotz seines Alters konnte er wieder gut Muskulatur aufbauen und sogar gemeinsame Ausritte sind wieder möglich. Durch das Wissen, das ich mir in dieser Zeit aneignen durfte, erkenne ich heute frühzeitig die Anzeichen, wenn der Darm aus dem Gleichgewicht gerät.
Rückblickend bin ich überzeugt, dass die Darmentzündung bereits Jahre zuvor ein Thema war – man konnte sie damals nur nicht richtig diagnostizieren.